In lediglich 260 Zeichen bringt das Herz-Sutra die Essenz des Mahayana-Buddhismus zum Ausdruck. Unter den chinesischen Übersetzungen ist diejenige von Meister Xuanzang, dem Pilgermönch aus dem siebten Jahrhundert, die wichtigste und populärste.
Hsing-Chuen Schmuziger-Chen hat Xuanzangs über 1300 Jahre alten Text zuerst möglichst wortgetreu und verständlich ins moderne Chinesische übertragen − ein Unterfangen, das auch für den chinesischen Sprachraum ein Gewinn ist, weil die dort vorkommenden Übersetzungen oft interpretatorische Elemente beinhalten, die eine unmittelbare Begegnung mit dem Text erschweren. In einem zweiten Schritt hat sie den Text weiter ins Deutsche übersetzt. Nach einem fundierten Kommentarteil gewährt sie schließlich der Leserschaft einen Einblick, wie das Herz-Sutra sie in ihrem Leben begleitete und ihr Trost und Einsichten in schwierigen Zeiten schenkte.
Aus dieser gegenseitigen Befruchtung sind auch die chinesischen Kalligraphien der Autorin entstanden, in welchen Leben wie auch Erkenntnisse zu sichtbaren Lebensspuren zusammenfließen und ein Ganzes bilden. So verbinden sich Kopf und Herz auf eine Art und Weise, in der immer auch eine mitfühlende, inspirierende Kraft fürs Leben mitschwingt – für das eigene wie auch dasjenige unserer Mitwelt.
